Hojicha: Der geröstete Grüntee aus Japan, der dich überraschen wird
Wer an japanischen Tee denkt, hat meist Matcha oder Sencha im Kopf – hellgrün, grasig, leicht herb. Hojicha spielt in einer ganz anderen Liga. Dieser geröstete grüne Tee überzeugt mit warmen,
nussig-karamelligen Röstaromen, einer sanften Süße und einem außergewöhnlich niedrigen Koffeingehalt. Kein Wunder, dass Hojicha in den letzten Jahren vom Geheimtipp zum gefragten Trendgetränk
geworden ist – von der Teetasse bis zum Latte.
In diesem Artikel erfährst du, was Hojicha so besonders macht, woher er kommt, wie er hergestellt wird – und zum Schluss gibt’s zwei Rezepte zum Nachmachen: einen cremigen Hojicha Latte und einen
erfrischenden Iced Hojicha.
Was ist Hojicha eigentlich?
Hojicha (jap. 焙じ茶, „gerösteter Tee“) ist kein eigener Tee-Cultivar, sondern ein Veredelungsverfahren. Die Basis bilden meist einfachere Grüntee-Sorten wie Bancha oder Sencha – also Blätter aus
späteren Erntedurchgängen, die für die feinere Sencha- oder Gyokuro-Produktion nicht verwendet werden. Statt gedämpft und getrocknet zu bleiben, werden die Blätter (teilweise samt Stängeln) bei
hohen Temperaturen über offener Flamme oder in speziellen Röstern geröstet.
Genau dieser Röstprozess ist es, der Hojicha so einzigartig macht:
- Farbe: Die Blätter verlieren ihr sattes Grün und werden rotbraun, der Aufguss ist bernsteinfarben statt grün
- Geschmack: Statt grasig-herb schmeckt Hojicha nussig, leicht süßlich, mit Röst- und Karamellnoten – manche erinnert er an Kaffee, nur milder
- Koffein: Durch die Röstung wird ein Großteil des Koffeins abgebaut, wodurch Hojicha auch abends oder für koffeinsensible Personen gut geeignet ist
- Gerbstoffe: Der Gehalt an Catechinen (den bitteren Gerbstoffen im Grüntee) sinkt ebenfalls spürbar – das macht Hojicha besonders bekömmlich
Die Herkunft: Eine Erfindung aus Kyoto
Hojicha ist vergleichsweise jung in der langen Geschichte des japanischen Tees. Er entstand in den 1920er-Jahren in Kyoto, als ein Teehändler nach einer Möglichkeit suchte, übrig gebliebene,
minderwertigere Teeblätter und -stängel sinnvoll zu verwerten, statt sie wegzuwerfen. Die Lösung: Rösten. Aus wirtschaftlicher Notwendigkeit wurde eine eigenständige Teekategorie mit treuer
Fangemeinde – heute ist Hojicha aus vielen japanischen Haushalten, Restaurants und Cafés nicht mehr wegzudenken.
Warum Hojicha gerade jetzt so beliebt ist
In den sozialen Medien und in der Café-Szene erlebt Hojicha aktuell einen echten Boom – und das aus guten Gründen:
- Geschmacklich zugänglich: Die warmen Röstaromen erinnern an Kaffee oder Kakao, wodurch Hojicha auch bei Grüntee-Skeptikern gut ankommt
- Vielseitig einsetzbar: Ob pur als Aufguss, als Basis für Lattes, Desserts oder sogar Backwaren – Hojicha lässt sich kreativ einsetzen
- Koffeinarm: Ideal für alle, die auf ihren Koffeinkonsum achten möchten, ohne auf Teegenuss zu verzichten
- Optisch reizvoll: Die warme, bräunliche Farbe macht sich hervorragend in Fotos und Videos – ein Grund für die Beliebtheit auf Instagram und TikTok
Wie du Hojicha richtig zubereitest
Im Gegensatz zu vielen anderen Grüntees verträgt Hojicha durchaus heißeres Wasser, ohne bitter zu werden – ein weiterer Pluspunkt für alle, die sich mit der Wassertemperatur bei Grüntee
schwertun.
Klassische Zubereitung (pur):
- Wassertemperatur: ca. 90–95 °C
- Menge: ca. 3–4 g Hojicha pro 200 ml Wasser
- Ziehzeit: 30–60 Sekunden
Da Hojicha vergleichsweise robust ist, eignet er sich auch hervorragend, um weiterverarbeitet zu werden – zum Beispiel in den folgenden zwei Rezepten.
Rezept 1: Cremiger Hojicha Latte
Ein wärmendes, leicht süßliches Getränk mit sanften Röstaromen – die perfekte Alternative zum Kaffee-Latte, vor allem am Nachmittag.
Zutaten (für 1 Tasse):
- 2 TL Hojicha-Pulver (oder alternativ ein starker Hojicha-Aufguss aus losem Tee)
- 60 ml heißes Wasser (ca. 80 °C)
- 150 ml Milch deiner Wahl (Kuhmilch, Hafer- oder Mandelmilch funktionieren besonders gut)
- Optional: 1 TL Honig oder Ahornsirup zum Süßen
Zubereitung:
- Das Hojicha-Pulver mit dem heißen Wasser in einer Tasse glattrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind
- Die Milch in einem kleinen Topf oder mit einem Milchaufschäumer erwärmen und aufschäumen
- Die aufgeschäumte Milch langsam über das Hojicha-Wasser gießen
- Nach Belieben mit Honig oder Ahornsirup süßen
- Für die optische Note etwas Hojicha-Pulver über den Milchschaum stäuben
Tipp: Wer keinen Milchaufschäumer hat, kann die Milch auch einfach in einem verschlossenen Glas kräftig schütteln und anschließend in der Mikrowelle kurz erwärmen.
Rezept 2: Erfrischender Iced Hojicha
Gerade an warmen Tagen ist Iced Hojicha eine wunderbar milde, nussig-süße Alternative zu Eiskaffee oder klassischem Eistee.
Zutaten (für 1 Glas):
- 2 TL loser Hojicha (oder 1 Beutel)
- 150 ml heißes Wasser (ca. 90 °C)
- Eiswürfel
- Optional: 100 ml Milch oder Pflanzendrink für eine cremige Variante
- Optional: etwas Sirup zum Süßen
Zubereitung:
- Den Hojicha mit dem heißen Wasser aufgießen und 1–2 Minuten ziehen lassen – die doppelte Menge Tee im Vergleich zur heißen Zubereitung sorgt dafür, dass der Geschmack auch nach dem Verdünnen
mit Eis nicht zu schwach wird - Ein Glas großzügig mit Eiswürfeln füllen
- Den heißen Hojicha-Aufguss direkt über die Eiswürfel gießen, sodass er sich schnell abkühlt
- Nach Belieben mit Milch auffüllen und/oder süßen
- Gut umrühren und genießen
Tipp: Für eine cremige „Iced Hojicha Latte“-Version einfach die Milch nach dem Abkühlen hinzufügen und das Ganze kurz mit einem Löffel oder Shaker aufschäumen.





